#004 💞🏇 – Verwirr Dein Pferd! – So schulst Du präzise Antworten auf präzise Signale

 
 

Episode #004 – Kurzgefasst

Trau Dich, Dein Pferd zu verwirren – doch in Maßen! Indem Du ihm unterschiedliche Hilfen präsentierst, die sich stark ähneln, lehrst Du es, Dir sehr präzise zu antworten. Befolge diese zwei Dinge, damit Du Dein Pferd dabei nicht frustest, sondern ihm die feinen, aber wesentlichen Unterschiede verdeutlichst.

#1 Mach Dir Dein Signal und das gewünschte Endergebnis bewusst! Benutze immer das gleiche Signal für das gleiche Endergebnis. Verdeutliche es, indem Du Deine Erklärung um optische, kinästhetische und verbale Hilfen anreicherst.

#2 Unterscheide Deine Signale kristallklar und krittele nicht viel! Sei selbst sehr präzise, um einen klaren Unterschied für Dein Pferd zu machen. Im Beispiel mit Q heute differenziert Tuuli diese drei Signale:

  1. Signal: Der Zeigefinger (oder in Verlängerung die Gerte) deutet in die Luft über der Kruppe.
    + Stimmsignal: "Ordentlich!"
    Gewünschtes Endergebnis: Dein Pferd schließt sich von hinten ins korrekte Stehen.
  2. Signal: Der Zeigefinger (oder in Verlängerung die Gerte) angelt über die Kruppe.
    + Stimmsignal: "Rum!"
    Gewünschtes Endergebnis: Die Hinterhand lässt sich wie magnetisch anziehen.
  3. Signal: Der Zeigefinger (oder in Verlängerung die Gerte) angelt über den Widerrist.
    + Stimmsignal: "Kehrt!"
    Gewünschtes Endergebnis: Die Vorhand lässt sich wie magnetisch anziehen.

Verschaffe Deinem Pferd die entscheidenen Aha!-Momente, das geht nur mit unbestechlicher Klarheit und promptem Feedback an Dein Pferd!

Deine Präzision und Klarheit legen den Grundstein für die Achtsamkeit Deines Pferdes!

Je achtsamer Du selbst bist, desto leichter erkennst Du, wann Dein Pferd in die gewünschte Richtung denkt. Das gilt es, sogleich durch Applaus und Lob zu verstärken. Dann wirst Du schnell beobachten können, wie Dein Pferd beginnt, Deine Erwartungen von selbst zu erfüllen – so wie Q sich am Ende von selbst korrekt hinstellt, weil er weiß, dass Tuulis das gern von ihm möchte.

Dein Pferd möchte Dir so gern gefallen – erkläre ihm genau, wie ihm das gelingt!

Sobald sich die Nebel der Verwirrung gelichtet haben und Dein Pferd wirklich verstanden hat, worum es Dir bei diesem Signal geht, kannst Du das gleiche auch aus größerer Entfernung abfragen. Und dann kommen solche Szenen zustand wie hier zu sehen, bei der ich auf der Aufstiegskiste stehe und Q aus locker 10m Entfernung seitwärts zu mir kommt, ich ihn sozusagen magnetisch anziehen kann, sodass er sich von selbst in die für mich komfortable Aufsteigposition begibt.

Nun bist Du an der Reihe, bei Deinem Pferd etwas Verwirrung zu stiften, um über die Zeit mit präzisen Signalen ebenso präzise Antworten von ihm zu bekommen.

Viel Erfolg!

Vorschau auf die nächste Episode: Heute möchte ich eine Frage von DressurCoach-Teilnehmerin Brigitte beantworten. Brigitte schreibt mir: "Hallo Tuuli, … einfache Galoppwechsel gelingen nicht wirklich sauber. Mein Pferd pariert entweder zum Halten durch oder zackelt im Trab … Sicher hast Du noch eine Idee, wie ich schöne Übergänge hinbekomme." – Aber sicher, liebe Brigitte hab ich eine Idee für Dich…

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Deine AHA-Effekte, Fragen & Ideen!

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SMARTe Zitate zur Inspiration,
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Die komplette Textfassung

Einssein von der Pike bis zur Piaffe – Episode 004

Verwirr Dein Pferd! – So schulst Du präzise Antworten auf präzise Signale

Die SMARTreiten®-Show – Dr. Tuuli Tietze

(Der folgende Text ist das komplette Transkript dieser Episode der SMARTreiten®-Show mit Tuuli. Diese komplette Show zeigt Tuuli in spontaner, freier Rede zeigt, ohne Manuskript und ungeschnitten. Aufgenommen in einem Take soll dieses 1:1-Coaching via Kamera Pferdefreunden Hilfestellung geben, mehr Harmonie und Freude in ihrem Sport zu erleben.)

Hallo zusammen, hier ist wieder Tuuli von SMARTreiten® – Einssein mit Deinem Pferd und Dein DressurCoach. In der heutigen Folge soll es darum gehen,

 

Wie Du Dein Pferd verwirrst!
– Wie bitte, Dein Pferd verwirren? Ja, das meine ich ganz ernst! –

Allerdings in Maßen, denn Dein Pferd soll ja nicht frustriert sein und bis zur Resignation verwirrt sein, sondern es geht darum, dass Dein Pferd lernt, Deine feinsten Signale wirklich präzise zu unterscheiden.

Es geht nicht darum, Dein Pferd bis zur Frustration, bis zur Resignation zu verwirren, sondern das Maß zu halten, damit es lernt, Deine feinsten Hilfen wirklich präzise zu unterscheiden.

So geht's:

Dafür habe ich Dir heute Q mitgebracht und wir zeigen Dir, wie das Aussehen kann, wenn Du verschiedenste Signale nutzt, die sich sehr ähnlich sind, wenn Dein Pferd schon gelernt hat, sie zu unterscheiden.

Ein Beispiel ist, die Vorhand zu wenden …

Angle mit Deinem verlängerten Zeigefinger über den Widerrist und zieh die Vorhand magnetisch zu Dir an.

… oder die Hinterhand zu wenden …

Angle mit Deinem verlängerten Zeigefinger über die Kruppe und zieh die Hinterhand magnetisch zu Dir an.

… oder anzuhalten und ihm jetzt zu sagen: "Könntest Du Dich bitte korrekt hinstellen – Dankschön."

Tappe die Luft über der Kruppe, damit Dein Pferd sein Becken kippt und sich von hinten schließt.

Hier hatten wir jetzt 3 verschiedene Varianten von Zeichen, die sich sehr ähnlich sehen: Das eine war, die Vorhand zu mir zu locken, das andere war, die Hinterhand zu mir zu locken, und das dritte – auch wieder sehr ähnlich – die Hinterhand zum Herausstellen zu animieren.

Deswegen habe ich gesagt:

Verwirr Dein Pferd!

Denn am Anfang wirst Du es verwirren, wenn Du beginnst, diese verschiedenen Signale zu schulen. Entscheidend dabei sind zwei Punkte:

#1 – Mach Dir Dein Signal und das gewünschte Endergebnis bewusst!

Der erste wesentliche Punkt ist, dass Du genau weißt, was für ein Signal Du gibst. Das heißt, wenn ich diese 3 Signale jetzt unterscheide, dann kann ich zum einen verbal etwas hinzufügen, zum anderen muss ich für mich selber ganz genau wissen, was für eine Antwort möchte ich im Endergebnis von meinem Pferd haben. Das Endergebnis dieser Hilfe wäre jetzt zum Beispiel … ( – Q geht Richtung Kamera ;-) – "Hooo, nicht zur Kamera gehen!" ) … sich korrekt hinzustellen (Q sortiert sich – "Ja, sortier Dich…!" ). Das Endergebnis dieser Hilfe, des Touchierens oben auf der Kruppe wäre jetzt, dass er sich hinten gleichmäßig hinstellt und das Gewicht auf beide Hinterbeine gleichmäßig verteilt. Später auch auf die Vorhand…

Im Gegensatz dazu möchte ich, wenn ich die sehr ähnliche Hilfe gebe, nämlich wenn ich hier oben hin weise (über die Kruppe), aber mental über mein Pferd hinüber greife – "Komm mal rum."  – dann könnte ich dazu "Rum" sagen und mental rüber greifen, dann möchte ich, dass die Hinterhand auf mich zukommt. "Braaav, gut!"

Entsprechend mit der Vorhand: Mental hinüber greifen – "Komm mal kehrt." Jetzt ist das Wortsignal dazu "Kehrt". (Tuuli pfeift zum Anhalten). "Braaav" – "Kannst nochmal ordentlich?!" (Das ist Tuulis Wortsignal für korrektes Hinstellen.) "Komm ordentlich – genau – den auch! – Jawoll." (Jetzt steht Q perfekt.)

Merke: Unterscheide kristallklar! Mach Dir dafür optische, kinästhetische und verbale Signale zunutze.

So und hier kommt es darauf an, dass ich weiß, was ich im Endergebnis, aber im zweiten Punkt nicht überkritisch werde.

#2 – Unterscheide Deine Signale kristallklar und krittele nicht viel!

Das heißt, dass ich nicht die ganze Zeit bei meinem Pferd herum krittle und sage "Nee, das ist noch nicht richtig und dies ist noch nicht richtig", sondern wirklich, wenn ich es denn schon mit drei verschiedenen – oder zwei verschiedenen am Anfang – Hilfen verwirre, ihm ganz klar sage, wann es in die richtige Richtung denkt. Wann es die richtige Idee hat.

Wenn Du das verpasst, dass wird Dein Pferd wirklich verwirrt sein und frustriert sein, weil es gar nicht weiß, was Du von ihm möchtest.

Merke: Gib Dich zunächst mit der kleinsten Idee in die richtige Richtung zufrieden.

Um da noch einmal zu verdeutlichen, jetzt an diesem konkreten Beispiel mit Q und den 3 verschiedenen Hilfen:

  1. Die erste Hilfe, das Deuten mit dem Zeigefinger oder mit der Gerte als verlängertem Zeigefinger in die Luft über der Kruppe soll zum Endergebnis haben, dass er das Becken kippt, die Hinterbeine heran stellt und sich geschlossen hinstellt.
  2. Die zweite, sehr ähnliche Hilfe ist das Angeln über die Kruppe hinaus, also über die Hinterhand hinaus, um die Hinterhand wie magnetisch zu Dir heranzuziehen. Dabei soll die Vorhand sich am Platz oder auf einem kleineren Kreis – zumindest – mitbewegen.
  3. Entsprechend gilt das Gleiche für die Vorhand, wenn Du jetzt über den Widerrist angelst, sodass Du die Vorhand Magentisch zu Dir heranziehst und die Hinterhand sich auf einem kleinen Kreis bewegt.

Hier siehst Du aus der anderen Perspektive, wie die Vorhand im ersten Schritt sehr schön kreuzt, das ist das Endergebnis, was ich haben möchte. Danach wendet Q eher wieder Richtung Kamera ab… Dennoch, die Grundidee war da und das ist das, was Du im Ansatz schon belohnen solltest, gerade wenn es darum geht, Deinem Pferd Neues beizubringen und dafür ein wenig Verwirrung zu stiften!

Spende Deinem Pferd Applaus, wenn es in die gewünschte Richtung denkt!

Der Schlüssel ist also, zum einen die Endversion vor Augen zu haben, zum anderen aber schon den kleinstmöglichen richtigen Schritt in die richtige Richtung mit Applaus zu belohnen und Deinem Pferd wirklich hier zu sagen: "Hey, das ist es , was ich möchte, kannst Du das vielleicht etwas weiter ausbauen?!"

Wenn Du diese beiden Sachen, klar zu sein, wirklich präzise zu sein in Deinen Hilfen und das Endergebnis vor Augen zu haben, aber dabei eben nicht überkritisch zu sein, dann bist Du auf dem richtigen Weg, Deinem Pferd präzise Signale beizubringen, die sich von Anfang an unterscheiden lassen.

Verschaffe Deinem Pferd die entscheidenen Aha!-Momente, das geht nur mit unbestechlicher Klarheit und promptem Feedback an Dein Pferd!

Ein Beispiel dafür ist ja auch, wenn Du angaloppieren möchtest und Dein Pferd das Travers nicht nicht kennt. Wenn Du das nicht parallel schulst, zumindest in dieser Grobversion, in der ersten Version, dann kann es passieren, dass Dein Pferd später, wenn Du das Travers einführen möchtest, auf einmal angaloppiert, weil es nicht gelernt hat, zwei kleine Signale, oder zwei verschiedene Signale, die sich sehr ähnlich sehen, zu unterscheiden und die präzise Antwort dabei zu geben.

Es kommt, wie gesagt, nicht darauf an, dass Dein Pferd immer korrekt antwortet, sondern es kommt darauf an, dass Dein Pferd zuhört und weiß, dass Du sehr präzise sein kannst in Deinen Signalen und darin, was Du möchtest, was Dein Pferd daraus macht.

Deine Präzision und Klarheit legen den Grundstein für die Achtsamkeit Deines Pferdes!

Jetzt gehen wir noch einmal parallel und jetzt zeige ich Dir noch eine dritte Sache, wie Du diese Signale jetzt zusammen fügen kannst. Dafür beeinflusse ich nicht nur die Vorhand und nur die Hinterhand, sondern die Mitte. Dafür gehen wir hier einmal in die Sonne, einmal parallel "Achtung, hier spielt die Musik." – So: "Seite." Jetzt beeinflusse ich gerade den Bereich, den ich brauche, entweder die Vorhand – "Ja, gut!" – am Zu-viel-Seitwärts hindern oder den Popo mehr mitnehmen. "Braaav, siehst Du." (Ausatmen als Zeichen zum Anhalten). Und nochmal – stellt Q sich von selbst korrekt hin: "Gut, toll!"

Und das war jetzt eine Reaktion von Q, wo Du gesehen hast, dass er sich schon anfängt, selber korrekt hinzustellen, weil er ja weiß, worum es geht. Das heißt natürlich nicht, dass Dein Pferd immer die richtigen Antworten gibt, sondern es heißt, dass Du das gemeinsam mit Deinem Pferd erarbeitest, aber wenn es sein muss, punktuell eben auch selber mal präziser werden kannst, um ihm zu sagen: "Das ist die richtige Idee und jetzt mach es bitte auch in diese richtige Richtung!"

Dein Pferd möchte Dir so gern gefallen – erkläre ihm genau, wie ihm das gelingt!

Sobald sich die Nebel der Verwirrung gelichtet haben und Dein Pferd wirklich verstanden hat, worum es Dir bei diesem Signal geht, kannst Du das gleiche auch aus größerer Entfernung abfragen. Und dann kommen solche Szenen zustand wie hier zu sehen, bei der ich auf der Aufstiegskiste stehe und Q aus locker 10m Entfernung seitwärts zu mir kommt, ich ihn sozusagen magnetisch anziehen kann, sodass er sich von selbst in die für mich komfortable Aufsteigposition begibt.

Sobald Dein Pferd versteht, worum es Dir geht, wird es beginnen, Dir zu helfen – wie Q mir hier wie ein wahrer Gentlemen eine perfekte Austeigposition in seinen Sattel verschafft 😍.

Dir also jetzt viel Freude mit Deinem Pferd beim Verwirren für präzise Antworten und ebenso präzise Signale!

Danke bitte dran, diese Show zu abonnieren, den damit unterstützt Du mein Tun, Freude in die Welt der Pferde und Reiter zu bringen und möglichst vielen Pferde und Reitern genussvolle Ritte durch mehr Wissen und mehr Techniken und Geheimnisse zu ermöglichen.

Wir sehen uns in der nächsten Folge und bis dahin wünsche ich Dir: "Geh hin, genieße jeden Ritt mit Deinem Pferd, reite SMART mit Herz und Köpfchen, sei eins mit Deinem Pferd – schon heute!"

 

Bis dahin,
Deine Tuuli


 

Vorschau auf die nächste Episode:

Und das erwartet Dich im nächsten Thema: Hallo meine lieben DressurCoachler, heute möchte ich eine Frage von Brigitte beantworten. Brigitte schreibt mir: "Hallo Tuuli, Deine letzten Tipps für die Rechtsbiegung habe ich erfolgreich umsetzen können. Erstaunlich schnell haben wir eine deutliche Verbesserung hinbekommen. Nun habe ich den nächsten Hänger: Klingt banal, aber einfache Galoppwechsel gelingen nicht wirklich sauber. Mein Pferd pariert entweder zum Halten durch oder zackelt im Trab … Sicher hast Du noch eine Idee, wie ich schöne Übergänge hinbekomme." – Aber sicher, liebe Brigitte hab ich eine Idee für Dich…

Bis bald also in dieser Show oder auf SMARTreiten.de :-)

 
 

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