Der Erziehungsquadrant für höfliche Pferde – Entdecke Deine HorseLeader-Qualitäten

Wer es schafft, wirkliche Nähe zu seinem Pferd herzustellen, wird leicht und spielerisch erreichen, was er sich vorgenommen hat – das eigene Verhalten dabei pferdegerecht auszurichten ist dafür das oberste Gebot. Dabei hilft es, sich besonders zwei Verhaltenskategorien bewusst zu werden:

  1. Handeln wir liebevoll unserem Pferd gegenüber oder sehen wir uns als dominanten Herdenchef, der gebieterisch agiert?
  2. Geben wir uns laissez-faire oder setzen wir unsere “Ansagen” konsequent durch?

 

 

Betrachten wir den Erziehungs-Quadraten aus diesen beiden Verhaltensmustern ergeben sich vier Quadranten:

A – liebevoll konsequentes Handeln

B – liebevolles Laissez-faire

C – gebieterisch konsequentes Handeln

D – gebieterisches Laissez-faire
(ein Widerspruch? Nur scheinbar, ich löse das unten auf…)

 

A – liebevoll konsequentes Handeln

In diesem Quadranten bewegt sich der wirkliche Horseleader: Er ist freundlich, liebevoll, einfühlsam und gleichzeitig konsequent in dem, was er von seinem Partner Pferd erwartet. Ein paar Beispiele sollen verdeutlichen, wie ein solcher Horseleader sich verhält:

  • Er beobachtet sein Pferd genau und fühlt sich in es ein. Er fragt sich, wie er selbst sich jetzt als Pferd fühlen würde und passt seine Anforderungen entsprechend an das Befinden seines Pferdes an. Er ist entsprechend flexibel, verfolgt sein Ziel nicht um jeden Preis, sondern ändert bei Bedarf sein Programm für heute – um des Pferdes willen.
  • Er hat in jedem Moment ein klares Zielbild vor Augen, macht klare Ansagen und beginnt dabei immer mit einer geflüsterten Hilfe. Er gibt seinem Pferd sofort eine Rückmeldung, ob es sein Zielbild gerade erfüllt. Dafür eskaliert er seine Hilfen sofort, wenn sein Pferd nicht entsprechend reagiert. Dabei übergeht er keine Eskalationsstufen, d. h. er springt nicht für das Pferd überraschend von Eskalationsstufe 1 (z. B. aufgerichtete Körperhaltung und leichtes Beckenvorschwingen sowie vibrierender Schenkeleinsatz zum Anreiten) auf Eskalationsstufe 5 (z. B. ein energisches Touchieren mit der Gerte). Sondern er durchläuft alle Stufen systematisch: nach Stufe 1 kommt konsequent Stufe 2 (z. B. ein deutlicheres Beckenvorschwingen mit doppelfrequentem Schenkeleinsatz), dann Stufe 3 (z. B. eins Stimmaufforderung oder ein Geräusch mit der Gerte, noch ohne Berührung), dann Stufe 4 (z. B. ein leichtes Touchieren mit der Gerte), bevor er zu Stufe 5 übergeht. Und: Er gibt danach seinem Pferd eine neue Chance, schon bei Stufe 1 zu reagieren. Das wird dann sofort mit Lob, dem Aussetzen der Hilfe und einer Pause belohnt.
  • Der Horseleader ist emotional kontrolliert, verschafft seinem Pferd immer wieder kleine und große Erfolgserlebnisse, sodass es stolz auf sich selbst sein kann. Das bindet.
  • Wenn er seinem Pferd Neues vermittelt, belohnt er jeden Schritt in die richtige Richtung. Er beginnt nicht mit dem Endergebnis, sondern gibt seinem Pferd Zeit, sich in die richtige Richtung zu entwickeln, die korrekte Antwort zu finden. Auf diesem Weg ist er ihm behilflich, indem er es durch lob und Pausen an den richtigen Stellen bestärkt.
  • Der wahre Horseleader nimmt auch gern einmal an, was sein Pferd vorschlägt. Er arbeitet dann gern neben der Lektion oder Übung, die er eigentlich im Sinn hatte und entwickelt den Vorschlag des Pferdes in eine förderliche Richtung. Er gibt dabei Acht, schnell entstehenden Übereifer in die richtigen Bahnen zu lenken. So erzieht er sein Pferd zu einem mitdenkenden Partner, der auch Eigeninitiative zeigen darf.

 

B – liebevolles Laissez-faire

Wer sein Pferd liebt, wie übrigens der Horseleader es auch tut, sich jedoch nicht konsequent zu geben mag, läuft schnell Gefahr, sein Pferd zu verhätscheln und auf Dauer zu sanft zu sein. Das endet nicht selten damit, dass das Pferd orientierungslos ist, sich in der Folge unsicher fühlt und dann selbst die Führung übernimmt.

Oder es nimmt sogar körperlichen Schaden. Ein Beispiel: Wer dafür plädiert, die Zügel nicht annehmen zu wollen, weil er seinem Pferd damit vielleicht im Maul wehtun könnte, und es dabei aber versäumt, ihm die korrekte Körperhaltung des Reitpferdes beizubringen, fügt ihm mehr Schaden zu als er seinem Pferd nützt. Denn ein Pferd, das seinen Reiter dauerhaft mit durchgedrücktem Rücken tragen muss, ist nicht in der Lage, die richtige Muskulatur zu gebrauchen.

Weitere Beispiele mögen sein, sein Pferd nicht am Durchgehen zu hindern, weil man nicht zu hart zupacken möchte. Der Reiter ist für die Sicherheit beider verantwortlich. Manchmal ist es notwenig, “einzugreifen”. Besser ist es natürlich noch, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, in dem das Pferd mit liebevoller Konsequenz so solide ausgebildet wird, dass es sich dem gemeinsamen Ziel verschreibt und seinen Fluchtinstinkt seinem Reiter zu Liebe hinten anstellt. Das können wir mit durchgängigem Laissez-faire nicht erreichen, denn unser Pferd ist der Zivilisation und ihrer Gefahren nun einmal nicht angepasst. Laissez-faire an einigen Stellen, wo der Horseleader wie oben schon geschrieben, Eigeninitiative vom Pferd zulässt, ist hingegen durchaus wünschenswert – im “gesunden” Maß.

 

B – gebieterisch konsequentes Handeln

Wem es primär um sein Ziel, vielleicht um ein bestimmtes Ergebnis auf dem Turnier, denn um die Partnerschaft mit seinem Pferd geht, der läuft Gefahr, zu gebieterisch zu werden, sein Ziel um jeden Preis durchsetzen zu wollen. Vielleicht beginnt er, Lektionen durchzupauken oder verliert Achtung und Spaß seines Pferdes durch ein destruktives Pausenmanagement. Vielleicht setzt er sein Pferd auch einer “Dauerbeschallung” mit starken Hilfen aus und stumpft es so immer weiter ab. Statt fein zu beginnen, zu eskalieren und einer neuen Chance für sein Pferd, auf eine “geflüsterte”, nahezu unsichtbare Hilfe zu reagieren, erwartet er noch mehr und mehr von seinem Pferd, bringt es womöglich über seine Leistungsfähigkeit und handelt mit Druck – nicht selten mit mehr Druck, als sein Pferd verkraften kann.

Wer mit übertrieben dominantem Verhalten den Handlungsspielraum seines Pferdes bis auf ein Minimum einschränkt, frustriert es und erntet nur Demotivation und Mechanisierung.

 

D – gebieterisches Laissez-faire

Diese Kombination erscheint auf den ersten Blick wie ein Widerspruch in sich. Treten beide Verhaltensweisen zeitgleich auf, stimmt das auch. Wenn sie jedoch abwechseln, was nicht selten der Fall ist, erschließt sich, worauf das hinausläuft: Wer sich in einem Moment dominant gebart und im nächsten sin Pferd machen lässt, versäumt es, seinem Pferd Sicherheit zu geben. Das äußert sich dann beispielsweise darin, dass er im Gegensatz zum liebevoll-konsequent handelnden Herdenanführer Eskalationsstufen überspringt und dauerhaft zu sanft ist, dann aber auf einmal direkt auf Eskalationsstufe 4 oder 5 geht und sein Pferd maßregelt, weil es vielleicht seine Chance genutzt hat und beim Spazierengehen unvermittelt anfing zu grasen. Dieses Hin und Her passiert uns allen schon hin und wieder, wenn wir nicht aufpassen und emotional werden, weil wir es noch nicht geschafft haben, unsere Sorgen oder das, was uns gerade plagt, aus unserem Kopf zu verbannen. Keiner ist davor gefeit und wer hätte es noch nicht erlebt, dass die Ungeduld mit ihm durchging oder vielleicht auch, sich Resignation breit machte, sodass er unverhältnismäßig stark oder viel zu unklar auf sein Pferd einwirkte.

 

Kurzgefasst: Mit Klarheit und liebevoller Konsequenz kommen wir in der Erziehung und Ausbildung unseres Pferdes schnell weiter, denn diese Verhaltensmuster beruhen auf dem, was es aus seiner natürlichen Umgebung, nämlich seinem Sozialgefüge “Herde” her kennt. Wer sich das bewusst macht, zuhört und lernt, sich in sein Pferd hinein zu denken, ist auf dem besten Weg!

Denn unsere Pferde erinnern uns immer wieder an diese fundamentale Wahrheit:

Nur wer sich selbst führen kann,
kann auch sein Pferd führen!

 

Der Erziehungsquadrant ist ein Tool, mit Du Deine Führungsqualitäten als HorseLeader förderst und Dein Pferd zur Höflichkeit erziehst.

Also: Wie ordnest Du Dich ein?

Und vor allem:
An welcher Stelle braucht Dein Pferd deutlicher in einem anderen Quadranten?

 


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