Aus Tuulis DressurCoach-Antworten: Bitte lös den Knoten im Kopf: Warum soll die innere Hüfte im Drehsitz nach hinten statt nach vorn?

 

"Dieses Video war für mich eine richtige Erleuchtung. Seit ich den Drehsitz laut Deinem Video verändert habe, tut sich mein Pferd viel, viel leichter. Ich habe das mit dem Drehsitz auch immer falsch verstanden.Vielen herzlichen Dank für Deine permanente Unterstützung. Sensationell !!!(Claudia)

"Dieses Video ist das beste, was ich bisher zum Thema Drehsitz gehört/gesehen habe. Vielen lieben Dank dafür!" (Gabriele)

 

Jürgen hat wie so viele von uns einen Knoten im Kopf, wenn es um den korrekten Drehsitz geht. Denn was in den Büchern steht, führt gern zu schiefen Pferden statt zu korrekter Geraderichtung auf einer gebogenen Linie. Dennoch ist nicht falsch, wie der Drehsitz in vielen Büchern beschrieben ist, sondern skizziert eine Momentaufnahme, die in der 3-dimensionalen Bewegung im Sattel so vorkommt. Das ist für viele verwirrend und stiftet zu wenig hilfreichen Bildern im Kopf an. Tuuli klärt das Thema in diesem Video auf.

Jürgen fragt:

Hallo Tuuli,

ich habe Dein Buch gerade gekauft und gelesen und auch schon einige Übungen ausprobiert. Finde es enthält viele interessante Ansätze. Danke dafür!

Ich habe aber gerade irgendwie einen Knoten im Kopf bzgl. des Drehsitzes auf gebogenen Linien: Überall ist zu lesen, dass die Schultern sich in die Wendung drehen und die Hüften / das Becken entgegengesetzt, also äußere Hüfte zurück und innere vor, was ja auch die Schenkellage so vorgibt, wenn man das Bein aus der Hüfte zurücknimmt??? So reite ich auch eigentlich immer.

Jetzt habe ich laut Deinem Buch mal ausprobiert die Hüfte leicht in die Bewegung zu drehen und die Schultern stärker. Das Konzept mit den Schienen leuchtet mir auch ein. Was soll ich sagen, das Pferd lief im Schritt viel lockerer und es kam mir natürlicher vor. Super :-)

Mein Verständnisproblem: Was mache ich denn im Galopp, wenn die innere Hüfte vor soll???

Danke schon im Voraus und viele Grüße,

Jürgen

Tuulis Antwort im DressurCoach-Programm:

In diesem Video erklärt Tuuli, warum es Sinn macht, Deine innere Hüfte leicht nach hinten zu drehen, um Dein Pferd zu biegen, abzuwenden und auch geradegerichtet zu galoppieren.

Weil das Thema Drehsitz in vielen Büchern nur als Momentaufnahme dargestellt wird, hat es großes Potenzial uns zu verwirren – Das hat auch Tuuli so erfahren und lange mit ihrem Mentor darüber diskutiert, wie denn nun der korrekte Sitz im Galopp tatsächlich ist, damit er gerade von statten gehen kann – denn in den Büchern steht es ja nun einmal Schwarz auf Weiß, dass wir die innere Hüfte nach vorne nehmen sollen. Das allerdings bringt uns ein traversartig statt ein in sich gerade galoppierendes Pferd...

Doch sieh bitte selbst:

PS: Vorab noch eine – vielleicht zum Knotenlösen entscheidende Ergänzung – zum "aus der Hüfte heraus fallenden Bein", mit dem Du Dein Pferd einrahmst: Ja, das Bein wird aus der Hüfte heraus zurück genommen und nicht – und das ist das, was mit dieser Aussage vermieden werden soll – im Knie vermehrt angewinkelt, um weiter hinten zu einzuwirken.

Das leichte Zurücknehmen der inneren Hüfte, um das es in diesem Video geht, ist in Bezug zur Hufschlaglinie zu verstehen, die Du reiten willst, nicht in Bezug zum Pferd, denn das Pferd folgt ja mit seiner Hüft- und seiner Schulterachse Deiner Hüft- und Schulterachse. So wie Du Dich im Sattel hinsetzt, positionierst Du in den nächsten Metern Dein Pferd in Bezug zum Hufschlag. Das heißt, dass Deine Beine im biegenden Rahmen, wenn Du die Längsachse Deines gebogenen Pferdes von oben betrachtest, es so einrahmen, dass in Bezug zum gebogenen Pferd Dein inneres Bein weiter vorne liegt und Dein äußeres weiter hinten – weil es sich ja leicht bis deutlich biegt, je nach dem Grad der Biegung, den Du Deinem Pferd mit Deiner einrahmenden Sitzausrichtung gibst. Nur so kannst Du Dein Pferd vom inneren Schenkel an den äußeren Rahmen aus Zügel und Schenkel heran biegen. Und weil das Bein aus der Hüfte heraus positioniert wird, liegt das innere Bein in Bezug zum Pferd betrachtet inklusive der inneren Hüfte leicht vorn (und wird von dort aus mit den Bewegungen des Pferdes vor und zurück sowie zugleich auf und ab bewegt). In Bezug zum geraden Hufschlag im Galopp betrachtet, liegt das innere Bein allerdings etwas weiter hinten – gerade soviel, wie wir ausgleichen müssen, um unser Pferd geradezurichten, damit das innere Hinterbein unter den Schwerpunkt springt.

Du siehst schon, diese Diskussion kann man sehr detailliert führen ;-) – nun aber viel Spaß mit dem Video und lass uns wissen, ob diese Einsichten Deinen Knoten lösen konnten!

Für Deinen Reitgenuss!

Viel Erfolg, lieber Jürgen 😁

 

Und wie sitze ich, wenn mein Pferd schief ist?
– Eine ergänzende Frage von Petra zum Drehsitz:

Hallo Tuuli,

wie verhält es sich mit dem Drehsitz, wenn mein Pferd rechts hohl ist und auf der rechten Hand das Gewicht auf die linke Schulter schiebt?

Ich habe das Gefühl, dass es dann besser ist, wenn ich die äußere Schulter zurücknehme, sonst bekomme ich noch mehr Gewicht auf die linke Schulter. Warum funktioniert es auf unserer hohlen Seite nicht, dass ich die innere Schulter zurücknehme ohne, dass mir das Pferd auf die äußere Schulter fällt?

Liebe Grüße Petra

 

Tuulis Antwort:

Liebe Petra,

die natürliche Schiefe muss man natürlich beim Drehsitz berücksichtigen, d.h. auf der hohlen Seite biegst Du Dein Pferd durch einen mäßigeren Drehsitz weniger und richtest stattdessen die Vorhand vermehrt vor die Hinterhand nach innen aus. Dabei kann es helfen, den Schulterklick anzuwenden: Pferd in Außenstellung mit geradem Hals in der Vorhand nach innen wenden. Für diesen Moment würdest Du tatsächlich mit Hüften und Schultern tendenziell leicht nach außen drehen, weil es eine schenkelweichenartige Bewegung ist: wie eine Hinterhandwendung in Außenstellung und ohne Biegung, dafür in der Vorwärts-Bewegung.
 
Damit nimmst Du jedoch Biegung aus dem Pferd heraus, das sich gern auf dieser Seite übermäßig biegen und über die äußere Schulter ausfallen will. Sitzt Du auf der Seite im korrekten Drehsitz, also wenn Du nicht gerade den oben beschriebenen Schulterklick anwendest, nimmst Du eine geringgradigere Rotation Deiner Hüften und Schultern ein als auf der anderen Seite, auf der Du Dein Pferd bewusst mehr biegen möchtest, um seine natürlich Schiefe auszugleichen. Außerdem achte bitte darauf, dass Du nicht dem Stützen Deines Pferdes folgst, indem Du Deine Schultern nach außen drehst und so Deinen äußeren Gesäßhöcker belastest, damit bringst Du noch mehr Gewicht auf das äußere Vorderbein.
(Dass es sich so anfühlt, dass dies der richtige Weg ist, mag daran liegen, dass Du beim Drehen der Schultern nach außen womöglich in der Hüfte einknickst und somit unbewusst Deinen inneren Gesäßhöcker vermehrt belastest, sodass Dein Pferd danach strebt, in Richtung dieses Schwerpunktes zu laufen und so gefühlt leichter wendet.)
 
Wenn Dir der korrekte Drehsitz auch in dieser geringgradigeren Ausführung auf der hohlen Seite nicht gelingt, liegt das oft daran, dass Du ihn zu stark ausprägen willst, oder dass Dein Pferd nicht am äußeren Zügel steht, sodass Du mehr Kontakt am inneren Zügel hast. Für beide Fälle ist der Schulterklick die wirksame Korrektur.
 
Da kannst Du ganze Übungen daraus bauen wie...
  • einen Zirkel in Außenstellung in Diamantform,
  • eine Spirale in Innenstellung mit kurzzeitigem Schulterklick alle 5-6 m, dann wie beschrieben in Außenstellung mit geradem Hals, sodass der Zirkel wie eine Spirale mit Ecken jedes Mal etwas kleiner wird,
  • Schlangenlinien mit Schulterklick-Wendungen,
  • Zirkel als Raute mit 4 Ecken an den Zirkelpunkten reiten, dafür halten und die Vorhand im Schulterklick um 45° wenden,
  • Acht mit Schulterklick nach innen auf der hohlen Seite und Schulterklick nach außen auf der strammen Seite (beginne mit einer Acht aus 2 Zirkeln und verkleinere die Kreise allmählich),
Also, die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Priorität hat aber stets, Dich nicht von Deinem Pferd so hinsetzen zu lassen, dass Du ihm seine Schiefe bequem machst, sondern sie durch Dein aktives Sitzen und Einwirken Stückchen für Stückchen abzubauen.
 
Ich hoffe, diese Antwort hilft Dir weiter!
 

"Vielen Dank für Deinen Tipp mit dem Schulterklick! Ich habe ihn gestern gleich in der 8 ausprobiert. Auf der steifen Seite habe ich Yassi durch den Schulterklick viel besser an den äußeren Zügel bekommen und sie ließ sich leichter stellen. Ich konnte sie gut auf der Linie halten. Auf der hohlen Seite gestaltet es sich etwas schwieriger. Durch den Schulterklick habe ich die VH rein „geschubst“. Dann muss ich wirklich aufpassen, dass ich innen sitzen bleibe ohne einzuknicken, weil sie mich sonst auf den äußeren Sitzbeinhöcker setzen würde. Einen Moment konnte ich es halten, sogar im leichten Drehsitz 😊. Dann habe ich die Schulter mit dem Klick wieder nach innen verschoben usw.. Auf dem Zirkel ging es ganz gut. Bei der Volte hat sie die HH reingenommen und ich konnte die Schulter nicht nach innen verschieben, war zu eng. Die HH habe ich auch nicht auf die Linie rausschieben können. Es ist wahrscheinlich besser die 8 erst einmal größer anzulegen. Werde das nächste Mal die Spirale ausprobieren. 

Nochmals vielen Dank für Deine guten Erklärungen und Tipps!!!"
(Petra)

 

Ja genau!

Wenn Du es schaffst, einen Moment zu erreiten, hast Du den Anfang gemeistert – und damit beginnt alles! Also weiter so!

 

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