#002 💞🏇 – Die ersten 3 Schritte zur Piaffe: verständlich statt feurig!

 

Episode #002 – Kurzgefasst

"Hinten Feuer und vorne bremsen?" Piaffe geht auch sanft! Wie Du Deinem Pferd die Piaffe mit Herz und Köpfchen erklärst, das habe ich Dir heute als Beispiel für unser letztes Thema (Bring Deinem Pferd Freude) mitgebracht. Dies sind die ersten 3 Schritte zur Piaffe:

Schritt #1 zur Piaffe: Korrekt halten und stehen: Das Anhalten auf eine dezentes – körpersprachliches und / oder verbales Signal – erklärst Du Deinem Pferd an der Hand. Allein dieser Prozess kann und darf mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen, denn es kommt vor allem darauf an, dass Dein Pferd lernt, sein Becken zu kippen und sich korrekt auf allen vier Beinen gleichmäßig auszubalancieren.

Schritt #2 zur Piaffe: Rückwärts-Trab-Spiele: Nun geht es um Übergänge, am Besten mit Spielen zwischen Rückwärts und Trab. Das Wesentliche: Dein Pferd lernt, schon im Rückwärts an den Trab zu denken. so erzeugst Du den für die korrekte Aufwärtspiaffe notwendigen Wunsch nach Go!

Schritt #3 zur Piaffe: Erste piaffartige Tritte: Aus dem Rückwärts-Trab kannst Du die Piaffe bzw. die ersten piaffartigen Tritte entwickeln, wenn Dein Pferd fein genug im Aufnehmen ist – das heißt das soll rein auf körpersprachliche Signale funktionieren! Denn nun kommt der Moment, in dem Du aus dem Rückwärts antrabst und dabei selber nur noch ganz kleine Schritte –  jetzt rückwärts – machst, sodass Dein Pferd auch visuell an Deiner Position erkennt, dass es bitte sein Vorwärts-Go in Aufwärts umwandeln möge.

Q wurde bei dieser Variante zu heftig, sodass ich mit ihm einen anderen Umweg über das Heben der Einzelnen Hinterbeine gegangen bin. Denn ich möchte AUF GAR KEINEN FALL die Piaffe durch Halten am Zügel erzeugen. Das ist wichtig! Dein Pferd muss als erstes lernen, auf Deine Körpersprache hin zu reagieren: zu traben, rückwärts zu gehen, anzuhalten.

Lehre Dein Pferd, Dich zu lesen. Das ist die notwendige Basis für alles!

Solange das nicht gesetzt ist, kann der dritte Schritt nicht kommen. Q habe ich deshalb beigebracht, auf hinten links antippen, das linke Hinterbein zu heben, auf hinten rechts antippen, das rechte Hinterbein anzuheben, dazu habe ich ein Geräusch "Klkhh" konditioniert: "Heb bitte das linke bzw. rechte Hinterbein!" und ihn das dann abgefragt – erst ganz langsam, in Zeitlupe, dann allmählich schneller. Die ersten Versuche mit Q haben Kauderwelsch erzeugt, aber letztlich hat er es in insgesamt sehr wenigen Versuchen verstanden – und ist in den vielen Pausen dazwischen gereift. Denn:

Die Piaffe ist nichts, was in ein paar Wochen zu schulen ist. Es geht darum, 1. Verständnis zu wecken und 2. Kraft aufzubauen.

3 Zusatz-Tipps zum Ausbildungsweg der Piaffe:

Tipp #1: Lass Dir Zeit! Zeit ist das, was Du brauchst, wenn Du die Piaffe entwickeln möchtest. Erwarte wenig und lobe viel! Lobe schon den kleinsten Ansatz in die richtige Richtung, dann erzeugst Du das notwendige Wollen bei Deinem Pferd.

Tipp #2: Weniger ist mehr (Tritte)! Diese "Weniger ist mehr" gilt in Bezug auf die Tritt. Halte es kurz & knackig: Trainiere nur den Ansatz! Denn Du musst Deine Hilfen aussetzen, wenn Dein Pferd die richtige Reaktion zeigt. 

Tipp #3: Weniger ist mehr (Häufigkeit)! Dieses "Weniger ist mehr" meint die Häufigkeit: Die Qualität ist entscheidend! Die wenigen guten Tritte. Schluss. Aus. Pause! Und Pause heißt in diesem Fall, Pausen innerhalb der Trainingseinheit zu machen und auch innerhalb des Ausbildungssytems, innerhalb Deines Trainingsplans, den Du für Dein Pferd erstellst, um es von der Pike bis zur Piaffe – oder was auch immer Dein Ziel mit Deinem Pferd ist – auszubilden! Denn: Dein Pferd reift sowohl körperlich als auch mental in den Lernpausen.

Wie gut Du darin warst, diese Tipps zu nutzen und ob Dein Pferd Dich verstanden hat, das kannst Du ganz leicht überprüfen, indem Du die gleichen Dinge einmal frei abfragst! Diese Tipp lassen sich auf alles anwenden, was Du Dein Pferd lehren möchtest. Hilf ihm, stolz zu werden, über sich selbst hinaus zu wachsen. Hilf ihm, seinen Körper so zu gebrauchen, dass es lange gesund bleibt und dass es sich nach jeder Trainingseinheit mit Dir besser fühlt und wohler fühlt, geschmeidiger fühlt, agiler fühlt und eben mit positiven Emotionen aus diesem Training geht, sodass es sich schon auf das nächste Training mit Dir freut!

Vorschau auf die nächste Episode: Im nächsten Thema reden wir darüber, wie Du Dich gut auf den kommenden Ritt einstimmst, nämlich mit einer ganz kurzen Herz-zu-Herz-Meditation im Sattel!

Das komplette Training für die ersten 3 Schritte zur Piaffe siehst Du im Video oben. Schau es Dir an und schule Dein Pferd mit Herz und Köpfchen, um innig mit ihm verbunden, mit ihm #EINSSEIN zu können!

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Die komplette Textfassung

Einssein von der Pike bis zur Piaffe – Episode 002

Die ersten 3 Schritte zur Piaffe:
verständlich statt feurig!

Die SMARTreiten®-Show – Dr. Tuuli Tietze

(Der folgende Text ist das komplette Transkript dieser Episode der SMARTreiten®-Show mit Tuuli. Diese komplette Show zeigt Tuuli in spontaner, freier Rede zeigt, ohne Manuskript und ungeschnitten. Aufgenommen in einem Take soll dieses 1:1-Coaching via Kamera Pferdefreunden Hilfestellung geben, mehr Harmonie und Freude in ihrem Sport zu erleben.)

Hallo, hier ist wieder Tuuli von SMARTreiten® und Dein DressurCoach. Willkommen in der zweiten Folge meiner Show "Einssein mit Deinem Pferd von der Pike bis zur Piaffe"! Beim letzten Mal war unser Thema "Bring Deinem Pferd Freude!" Wie dieses freudige Miteinander im Training und im Ausbilden Deines Pferdes ganz konkret aussieht, dafür habe ich Dir heute ein Beispiel mitgebracht, nämlich:

Wie starte ich die Piaffe?
Was sind die drei ersten wesentlichen Schritte?

5.1.2018: Qs allererste Babypiaffe

Ich weiß, das ist jetzt nicht unbedingt das Thema, mit dem ich eigentlich meine Show eröffnet hätte, da es doch "von der Pike zur Piaffe" heißt, aber es ist jetzt gerade unser Thema, denn Q hat gestern seine allererste Babypiaffe hingelegt und die habe ich auf Facebook gepostet. Und natürlich kam die Nachfrage: "Aber wie seid Ihr dahin gekommen?" Und das möchte ich jetzt in einem ganz kurzen Abriss hier zeigen.

Was sind sie also, die ersten drei Schritte, mit denen Du Deinem Pferd die Piaffe erklärst?

 

Schritt #1 zur Piaffe: Korrekt halten und stehen

Nun, der erste Schritt ist das Halten und das korrekte Stehen. Das erklärst Du Deinem Pferd an der Hand, indem Du es am Hufschlag anhältst, parallel zur Bande, und dann oben auf der Kruppe touchierst, sodass es sein Becken kippt und von hinten die Beine heran stellt. Irgendwann bekommst Du ein Zufallsergebnis, dass es sich hinten korrekt hinstellt, dafür applaudierst Du ihm und sagst ihm: "Ja, das war die Reaktion, die ich haben wollte!"

14.9.2016: Q lernt korrekt zu halten

Vorne reguliert es sich in der Regel alleine, wenn nicht, kannst Du entweder oben auf dem Widerrist touchieren oder auch mal das eine oder andere Vorderbein antippen und ihm so bedeuten, sich bitte da auch noch korrekt auszubalancieren.

Das ist schon mal der erste Prozess, der mehrere Wochen bis vielleicht sogar Monate in Anspruch nimmt, und in dem Du Geduld haben solltest, sodass Dein Pferd wirklich versteht, um was es hier geht – nämlich um das gekippte Becken und das korrekte Ausbalancieren auf allen vier Beinen. Das ist der erste Schritt.

 

Schritt #2 zur Piaffe: Rückwärts-Trab-Spiele

Ist dieser erste Schritt erreicht, dann geht es um Übergänge, am Besten zwischen Rückwärts – Trab – Halten – Rückwärts – Trab – Halten, vielleicht auch ein Schritt dazwischen. Das Wesentliche ist, dass Dein Pferd lernt, aus dem Rückwärtsrichten anzutraben. Hier hast Du schon die diagonale Fußfolge und den Trab, denn die Piaffe ist ja im Prinzip eine Art Trab auf der Stelle, sodass Du hier schon das gleiche Bewegungsmuster trainierst und den Wunsch nach vorne erzeugst.

Merke: Das Wesentliche in der korrekten Aufwärtspiaffe ist es, dass Dein Pferd nach vorne denkt!

Wenn Dein Pferd nicht nach vorne denkt, kommt es nur dazu, dass es hinten anfängt hochzuhüpfen und sich auf der Vorhand ausbalanciert. Das ist keine Piaffe, die wir haben wollen. Es kann zwar sein, dass es in den ersten Lernschritten mal so aussieht, aber die Idee ist, die Piaffe wirklich nach vorne zu entwickeln und grundsätzlich Wert auf das Vorwärts zu legen, also diesen Wunsch nach Go! zu erzeugen. Und das geht am Besten mit Rückwärts-Trab-Spielen an der Hand

29.9.2016: Q denkt im Zurück an Trab

 

Schritt #3 zur Piaffe: Erste piaffartige Tritte

Nun ist es im dritten Schritt so, dass Du jetzt aus diesem Rückwärts-Trab die Piaffe oder die ersten piaffartigen Tritte entwickeln kannst, wenn Dein Pferd fein genug ist im Aufnehmen. Dann kommt nämlich der Moment, in dem Du aus dem Rückwärts antrabst und dabei selber nur noch ganz, ganz kleine Schritte machst und Dich auch gar nicht mehr ins Vorwärts mitdrehst – zum Nach-vorne-traben, sondern jetzt rückwärts gehst – zur Not auch rückwärts läufst und rückwärts trabst, sodass Dein Pferd auch visuell in Dir eine Grenze, eine Barriere hat, an der es erkennt, dass es sich bitte aufnehmen und die Trabtritte kleiner gestalten soll.

Was Du jetzt nicht tust, ist "hinten Feuer und vorne bremsen", sondern es kommt wirklich darauf an, dass Dein Pferd auf dezenteste, feinste, am besten nur körpersprachliche Hilfen diese Barriere erkennt und dadurch sein Vorwärts aber nicht bremst, sondern seinen Vorwärts-Go ins Aufwärts umwandelt.

Bisher haben alle meine Pferde es auf diese Art und Weise schnell verstanden und leicht gelernt, bei Q war es aber so, dass er in dieser Variante heftig geworden ist und den Go nach vorne so stark ausgearbeitet hatte, dass er sich nicht mehr mit dezenten Hilfen aufnehmen ließ.

15.4.2017: Q denkt zu stark nach vorn

Und by the way, diese Arbeit, die allererste Arbeit mache ich schon am Knotenhalfter – also komplett ohne Gebiss, dann am Kappzaum – auch komplett ohne Gebiss. Ich möchte, dass das alles wirklich vornehmlich auf meine Körpersprache abgestimmt ist, sodass ich später, wenn ich dann mit Gebiss arbeite, das Ganze nur noch feiner ausarbeiten muss und die Grobform bereits steht. Denn ich möchte AUF GAR KEINEN FALL die Piaffe durch Halten am Zügel erzeugen. Das ist wichtig!

Merke: Erzeuge die Piaffe NIEMALS durch Halten am Zügel – erkläre Deinem Pferd lieber kleinschrittig, worum es genau geht!

Konditioniere Dein Pferd auf Deine körpersprachlichen Signale, konditioniere Dein Pferd darauf es Dir gleich zu tun, Dich nachzumachen. Und das geht eben damit, indem Du es an die Hand nimmst und an der Hand die gleichen Dinge tust, die Du nachher im Sattel haben möchtest. Geh das erstmal nur mit durchhängender Longe an, sodass die Longe wirklich nur ein Sicherheitsnetz ist.

Merke: Dein Pferd muss als erstes lernen, auf Deine Körpersprache hin zu reagieren: zu traben, rückwärts zu gehen, anzuhalten. Lehre Dein Pferd, Dich zu lesen. Das ist die notwendige Basis für alles!

Seit er bei mir ist: Q lernt, mich zu lesen. Das ist die notwendige Basis für alles!

Solange das nicht gesetzt ist, kann der dritte Schritt nicht kommen. Wenn das erstmal nicht gelingt, wie das bei Q der Fall war, dann kannst Du auch einen Umweg gehen, und zwar, indem Du Deinem Pferd beibringst, einzelne Beine hochzuheben. So habe ich es bei Q gemacht – und das ist wichtig: Er hat grundsätzlich einen guten Trab-Takt, sodass ich nicht Gefahr laufe, über das Einzelne-Bein-Anheben den Trabtakt kaputt zu machen. Er ist in den ersten Piaffversuchen oder Piafftritte-Versuchen ein bisschen durcheinander gekommen, was in Ordnung ist, aber da er insgesamt sehr sicher ist, was den Takt angeht, hab ich keine Sorge, dass ich hier Schaden anrichten könnten. Deswegen war das der Weg, den ich bei Q gewählt habe.

15.4.2017: Q lernt Bein für Bein

Ich habe ihm also beigebracht, auf hinten links antippen, das linke Hinterbein zu heben, auf hinten rechts antippen, das rechte Hinterbein anzuheben. Das kann man auch schon zwischendurch am Putzplatz üben, ohne dass Dein Pferd angebunden ist. Einfach nur im Stehen antippen, Huf geben lassen und so hat er schon einmal eine Idee davon, wenn die Gerte das hintere Bein antippt – oder da nur hinzeigt, dass dann bitte dieses Bein zu heben ist.

Und so war das der Weg, den ich mit Q gegangen bin, also: rückwärts und dann "klkhh", ein Geräusch dazu konditioniert: "Heb bitte das linke Hinterbein!""Klkhh" = "Heb bitte das rechte Hinterbein!""Klkhh" = "Heb bitte das linke Hinterbein!""Klkhh" = "Heb bitte das rechte Hinterbein!" Ganz langsam, in Zeitlupe, und dann kannst Du allmählich

"Klkhh" – – – "Klkhh" – – – "Klkhh" – – "Klkhh" – – "Klkhh" – "Klkhh" – "Klkhh"–"Klkhh"–"Klkhh"

den Takt erhöhen! Und wenn Dein Pferd verstanden hat, dass es auf dieses Geräusch plus das Zeigen oder vielleicht sogar ein sanftes Touchieren das Hinterbein heben soll und genauso schnell dann das andere Hinterbein heben soll, dann versteht es auch, diesen Takt schneller zu machen. Dann kommt es nur noch darauf an, das Ganze ins Vorwärts anzulegen, sodass Dein Pferd beginnt, die Vorderbeine dabei mitzunehmen.

21.5.2017: Q versucht sein Bestes, aber es gibt Kauderwelsch ;-)

Hier siehst Du, dass die ersten Versuche mit Q wirklich Kaderwelsch erzeugt haben, in dieser Art und Weise – dann ist es entscheidend das Ganze auch mal in den Trab zu entwickeln, d.h. ihn zu fragen: "Klkhh" – "Klkhh" – "Klkhh", langsam anfangen, dann steigern und daraus lostraben, sodass er dieses Beinheben mit Vorwärts verbindet.

Im Video folgt ein Anschauungsbeispiel, in dem Q sich wahnsinnig Mühe gibt und ein paar entfernt piaffähnliche Tritte hinbekommt. Große Begeisterung. Großes Lob!

22.6.2017: Einer der ersten Versuche auf Trense – ich bekomme 2 Tritte! Es wird!

Um mehr geht's mir in diesem Ausbildungsstadium überhaupt nicht, sondern nur darum, Verständnis dafür zu wecken, dass man sich auf der Stelle bewegen kann, ohne "Feuer gemacht zu bekommen", sondern dass er versteht, was ich möchte, dann irgendwann den Takt findet. Und darauf kann man dann in den nächsten Monaten bis Jahren aufbauen. Die Piaffe ist nichts, was in ein paar Wochen zu schulen ist, da brauchst Du absolut die Mitarbeit Deines Pferdes und da geht's wirklich nur darum, 1. Verständnis zu wecken und 2. darum die Kraft dafür aufzubauen. Und so sehen die Anfänge dazu aus.

5.8.2017: Juhuu! Qs erste 4 zusammenhängende Piafftritte!

Wenn das alles gelingt, wenn diese 3 ersten Schritte also gegeben sind, dann kannst Du anfangen, die Piaffe reifen zu lassen und sie aus verschiedenen Varianten zu üben:

  • aus dem Rückwärts in die Piaffe,
  • aus dem Trab in die Piaffe – vorausgesetzt, dass Du das nicht mit der Hand erzeugen musst, um das Aufnehmen zu erreichen,
  • und später auch mit dem Spanischen Schritt oder mit der Vorstufe des Spanischen Schritts kombiniert, sodass Dein Pferd mehr Schulterfreiheit in der Piaffe bekommt, sodass es sich noch mehr setzt und noch mehr seine Hanken beugt, also mehr Energie auf die Hinterhand auflädt.
  • Außerdem kannst Du es dann nach diesen ganzen Elementen, die ich gerade genannt habe, auch aus dem Schritt üben, wobei das wirklich schon ein sehr, sehr schwerer Übergang ist. Es macht also mehr Sinn, die diagonale Trittfolge zu nutzen, um die Piaffe zu erzeugen. Erst wenn sie gereift ist, wenn sie sitzt, dann macht es Sinn, das auch aus dem Schritt abzufragen. Das ist also eine Stufe, die noch weit, weit hinten liegt.

 

Hast Du die Freude, das Bemühen und den Stolz in Qs Ausdruck gesehen?

In den Videos, die ich zwischendurch eingespielt habe mit Q, hast Du gesehen, wie es gelungen ist, in diesen Ausbildungsprozess, der ja nun Monate gedauert hat, Freude zu bringen, wie Q immer stolzer auf sich selber geworden ist, wie er sich bemüht hat, es richtig zu machen, um es mir recht zu machen und um wieder eine positive Emotion, eine Freudeemotion, ein Lob zu bekommen. Das ist das, worüber ich im letzten Thema geredet habe, das ist es, wie Du Deinem Pferd Freude bringst in diesem Prozess dieses "Gemeinsam etwas erarbeiten"s, in diesem Fall die Piaffe.

5.1.2018: Qs allererste Babypiaffe – mit minimalstem Fingerkontakt!

 

3 -Zusatz-Tipps zum Ausbildungsweg der Piaffe

Abschließend zum Ausbildungsweg der Piaffe noch 3 Tipps für Dich:

Tipp #1: Lass Dir Zeit!

Zeit ist das, was Du brauchst, wenn Du die Piaffe entwickeln möchtest. Die Piaffe entsteht nicht an einem Tag, auch nicht in einer Woche, auch nicht in einem Monat. Dein Pferd braucht eine Grundidee, Dein Pferd braucht die Abstimmung auf feine Signale, auf dezenteste Hilfen und Dein Pferd braucht Kraft.

Die Piaffe zu schulen dauert Monate, lass Dir Zeit, denn sie reift in den Pausen!

Es braucht Kraft, um die Piaffe wirklich korrekt ausführen zu können. Das, was Du hier bei Q jetzt siehst, diese Babypiaffe, ist noch keine ausdrucksvolle Piaffe, der Takt ist auch noch nicht ganz hundertprozentig rein, aber es ist die allererste Piaffe, die Du hier siehst, die mehr als 4 Tritte hat!!! Denn bisher war es immer so, dass ich ihn nur 4 Tritte machen lasse, um den Ansatz zu trainieren: Er hat verstanden, ich sag "Danke!" Er versucht es, er bemüht sich, ich sag "Dankeschön!" Und wenn dieser Ansatz stimmt, dann kannst Du weitergehen – aber das braucht Zeit! Erster Punkt: Lass Dir Zeit!

Merke: Erwarte wenig, lobe viel!

Lobe schon den kleinsten Ansatz in die richtige Richtung, dann erzeugst Du dieses Wollen bei Deinem Pferd.

 

Tipp #2: Weniger ist mehr (Tritte)!

Dieses "Weniger ist mehr" gilt in Bezug auf die Tritte. Das ist das, was ich eben schon erwähnt habe: Bisher habe ich nur den Ansatz trainiert, maximal 4 Tritte abgefragt – anfangs waren es nur 2! Eine kleine Reaktion "Tac, Tac" – "Dankeschön!" Mit 4 Tritten meine ich wirklich 4 Piafftritte, also "Klkhh"–"Klkhh"–"Klkhh" – das Bein heben – das sind noch keine Tritte, das ist die Vorstufe. Das kann schon mal länger dauern, dass man wirklich 10 Tritte da steht, oder 12 oder 15 Tritte und die immer schneller macht und immer schneller macht, denn meistens bekommt man ja erst nur die Hinterbeine.

Wenn Du es allerdings aus dem Rückwärts entwickelst, also Rückwärts-Piaff oder Rückwärts-Trab-Piaffe bzw. -halbe Tritte, dann gib Dich mit wenigen, wenigen, wenigen Tritten zufrieden. Der Lerneffekt ist viel größer!

Merke: Halte es kurz & knackig: Trainiere nur den Ansatz!

Denn Du musst Deine Hilfen aussetzen, Du musst das Signal aussetzen, wenn Dein Pferd die richtige Reaktion zeigt. Übertreibst Du das, führst Du es weiter und verlangst noch eine Piaffe und noch einen Schritt und noch einen Tritt mehr, dann ist Dein Pferd nur müde und es wird sich verabschieden von der Idee der Vorwärtspiaffe, sondern es wird sagen: "Och, nicht schon wieder auf der Stelle traben…" Das ist anstrengend für Dein Pferd, das ist wie Kniebeugen, die wir machen. Also halte Dich kurz, was die Trittanzahl angeht!

 

Tipp #3: Weniger ist mehr (Häufigkeit)!

Der dritte Tipp ist auch "Weniger ist mehr", doch dieses Mal nicht in Bezug auf die Tritte, sondern dieses Mal in Bezug auf die Übungsquantität. Die Qualität ist entscheidend! Die wenigen guten Tritte. Schluss. Aus. Pause!

Und Pause heißt in diesem Fall, nicht immer nur eine kurze Pause machen und dann wieder die Piaffe abfragen, sondern Pause heißt in diesem Fall auch das, was ich mit Q gemacht hab: Die letzte Übungs-Piaffe bzw. die letzte Ansatz-Übungs-Piaffe ist MONATE her!

Nicht die Häufigkeit entscheidet, sondern der Grad des Verstehens Deines Pferdes. Denn: Dein Pferd – wie die Piaffe – reift in den Pausen!

Merke: Dein Pferd reift in den Pausen! Dein Pferd reift sowohl körperlich als auch mental in den Lernpausen. Du kannst es schon mal drei, vier Tage hintereinander machen, sodass Du eine kleine Steigerung hinbekommst – und dann lass es gut sein. Lass es für eine Woche, zwei Wochen, vier Wochen, lass es einfach gut sein! irgendwann holst Du es wieder raus und fragst Dein Pferd ab.

Bei Q war die Pause so lang, weil er sehr stark gewachsen ist, die Kniebänder zu lang waren, er nicht in der Lage sich so stark zu versammeln oder ansatzweise zu versammeln, sodass ich ihm damit sogar geschadet hätte, mein junges Pferd zu früh zu versammeln. Also achte wirklich genau darauf: Kann Dein Pferd diese Piaffarbeit im Moment leisten – auch wenn es nur die Vorarbeit ist? Das Beinheben, okay, das kannst Du mit ihm machen. Aber auch das würde ich nicht exzessiv übertreiben, denn Du willst ja Deinem Pferd neue Anreize bringen und nicht immer wieder die alten Kamellen hervorholen und das Alte nochmal und nochmal und nochmal abfragen. Sondern:

Merke: Du möchtest das Training interessant gestalten und dazu gehört auch ein gutes Pausenmanagement, sowohl innerhalb der Trainingseinheit als auch innerhalb des Ausbildungssystems, der Systematik mit der Du vorgehst, innerhalb Deines Trainingsplans, den Du für Dein Pferd erstellst, um es von der Pike bis zur Piaffe – oder was auch immer Dein Ziel mit Deinem Pferd ist – auszubilden.

 

Prüfe Deinen Fortschritt im freien Spiel!

Wie gut Du darin warst, diese Tipps zu nutzen und ob Dein Pferd Dich verstanden hat, das kannst Du ganz leicht überprüfen, indem Du die gleichen Dinge einmal frei abfragst. Wie Du sehen kannst, weiß Q inzwischen ganz genau, was ich möchte, denn dies ist die Trainingseinheit eine Woche nach der ersten Babypiaffe.

13.1.2018: Q fordert mich im Anschluss an unser Training zum freien Spiel und piaffiert selbstverständlich frei ;-)

In diesem Sinne: Nutze diese Tipps, die ich Dir jetzt mitgegeben habe, wende sie auf die Piaffe oder auch auf jedes andere Element, was Du Dein Pferd lehren möchtest, an. Hilf ihm, stolz zu werden, über sich selbst hinaus zu wachsen. Hilf ihm, seinen Körper so zu gebrauchen, dass es lange gesund bleibt und dass es sich nach jeder Trainingseinheit mit Dir besser fühlt und wohler fühlt, geschmeidiger fühlt, agiler fühlt und eben mit positiven Emotionen aus diesem Training geht, sodass es sich schon auf das nächste Training mit Dir freut!

Und in diesem Sinne wünsche ich Dir, bis wir uns wiedersehen im -dritten Teil unserer Show: "Genieße jeden Ritte, reite SMART mit Köpfchen, sei eins mit Deinem Pferd – schon heute!"

Bis bald,

Deine Tuuli


 

Vorschau auf die nächste Episode:

Das erwartet Dich im nächsten Thema: Lass uns heute mal darüber reden, wie Du Dich gut auf den kommenden Ritt einstimmst, nämlich mit einer ganz kurzen Herz-zu-Herz-Meditation im Sattel!

PS: Denk bitte daran, diese Show zu abonnieren (sie ist kostenlos!), denn damit unterstützt Du mein Tun, Freude in die Welt der Pferde und Reiter zu bringen und möglichst vielen Pferden und Reitern genussvolle Ritte durch mehr Wissen und mehr Techniken und Geheimnisse zu ermöglichen.

Bis bald also in dieser Show oder auf SMARTreiten.de :-)

 
 

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