Dein Pferd braucht Dein bestes Du!

 

Happy New Year!

Ich hoffe, Du bist gut hineingekommen in 2019 und wünsche Dir, dass es ein glückliches, erfüllendes Jahr voller Genussmomente mit Deinem Pferd wird! Du hast es im wahrsten Sinne des Wortes in der Hand :-)

In meiner kleinen Videobotschaft oben hast Du mein Motto für 2019 vernommen:

Dein Pferd braucht Dein bestes Du!

Lass uns dieses Motto gemeinsam mit Leben füllen – in kleinen Schritten, die uns nicht überfordern, sondern jeden Tag eine kleine Verbesserung bringen!

 

Dafür habe ich hier für Dich meinen aktuellen Artikel zum Feinen Händchen aus der Dezemberausgabe der PiV (Pferde im Visier). Nutze den darin enthaltenen Selbsttest und tue damit jetzt gleich einen kleinen, aber wichtigen Schritt, um Dein bestes Du SCHON HEUTE für Dein Pferd zu verkörpern!

 

Das feine Händchen

Text: Dr. Tuuli Tietze. Fotos: SMARTreiten/Markus Schendzielorz

"Halt die Hände ruhig!", "Schließ die Zügelfäuste!" und "Lass die Hand stehen!" sind Anweisungen, die wir im Sattel oft zu hören bekommen. Eine gute Idee ist diesen Kommandos gemein, nämlich dem Pferd eine stetige Anlehnung an die feine Reiterhand zu ermöglichen. Doch hat der Versuch, die Hände im Sattel still zu halten, meistens exakt das Gegenteil zur Folge: Wir packen zu – das ist menschlich – und erstarren, was unsere Hände erst recht unruhig auf und ab hüpfen lässt. Denn Zupacken, Faustballen und verkrampftes Stillhalten-Wollen setzen eine muskuläre Kette in Gang, die über Handgelenke, Ellenbogen, Schultern, über Rücken und Gesäß bis in die Fußspitzen Spannungen erzeugt. Diese wiederum hindern uns, die Bewegungen unseres Pferdes elastisch abzufedern. Automatisch packen wir noch deutlicher zu, um uns mithilfe der Zügel auszubalancieren. So endet eine gute Absicht in einer Verstärkung des Problems.

„Eine ruhige Hand atmet im Kontakt zum Pferdemaul – und lässt feinfühlig auch das Pferd atmen. Sie ist das Ergebnis eines elastisch ausbalancierten Sitzes, nicht das Resultat des Versuchs, den Reiter in eine vorgegebene Form zu pressen.“ (Tuuli Tietze)

 

"Hand ruhig!" heißt nicht starr!

Wer die Wirkung ruhiger Hände einmal trocken ausprobieren möchte, nimmt zwei prall mit Wasser gefüllte Sektgläser in die Hände und trägt diese wie "Zügelfäuste" im Sattel vor sich her.

Im Selbstversuch finden wir heraus: Wann verschütten wir Wasser und wann gelingt es uns, die Wasseroberfläche im wahrsten Sinne des Wortes im Zaum zu halten, sodass kein Tropfen daneben geht?

Kellner wissen um das Geheimnis, volle Gläser verlustfrei zu servieren, auch im Laufschritt!

Trocken bleiben wir in diesem Selbstversuch, wenn zwei Dinge stimmig sind: unser Fokus und unsere Balance! Konzentrieren wir uns mit Nachdruck auf die Sektgläser, beginnen unsere Hände zu wackeln. Unwillkürlich verschütten wir etwas vom Inhalt. Das gleiche Ergebnis bekommen wir, wenn wir zwar unseren Fokus auf unser Ziel, z.B. auf den Tisch gegenüber im Raum, ausrichten, uns dabei jedoch versteifen.

Wenn wir hingegen in unsere Laufrichtung fokussieren und alle unsere Gelenke "durchlässig" einstellen, gelingt es spielend leicht, das Wasser in den Gläsern zu behalten.

Diese "durchlässigen" Gelenke begründen unsere Fähigkeit, unseren Körper über kleinste muskuläre Bewegungen auszubalancieren. Das geschieht nicht bewusst, sondern völlig automatisch – sofern wir es nicht durch Erstarren oder Versteifen selbst verhindern.

Deshalb ist das Kommando "Hand still!" nicht gleichzusetzen mit "Hand starr!", sondern vielmehr mit "Hand elastisch!" Nur wenn ein Gelenk in seiner sogenannten Mittelstellung ist und immer wieder zu ihr zurück kehren darf, kann es seinen Dienst für unser Gleichgewicht verrichten. Die Mittelstellung ist diejenige Haltung, in der das betreffende Gelenk alle ihm potenziell möglichen Bewegungen in alle ihm potenziell möglichen Richtungen ausführen kann. Für unser Handgelenk z.B. ist das die Haltung, in der es sich nach innen, außen, oben, unten und auch kreisend vor uns zurück bewegen kann (s. großes Bild in der Mitte). Das heißt, dass wir es weder durch das Festhalten der Gerte versteifen (1), noch es nach außen wegknicken, um die "Zügelfäuste" parallel zu halten (2), noch dass wir unsere Hände verdecken (3) oder sie mit – vermeintlich weichen – geöffneten Fingern nach innen eindrehen (4)… Alle diese Fehlhaltungen verhindern, dass das Handgelenk immer wieder in seine Mittelstellung zurück kehren kann.

Mitte: Korrekte Handhaltung, außen herum übliche Handfehler:
1 – Gertensteif. 2 – Krampfende Fäuste. 3 – Verdeckte Hände. 4 – Eingedrehte offene Hände.

 

Locker aus der Hüfte!

Das Prinzip der Mittelstellung gilt ebenso für Ellenbogen und Schultern. Nur wenn unsere Schultern durchlässig sind, können wir unsere Arme frei und locker aus ihnen heraus fallen lassen. So können sich beide Gelenke mit kleinsten Pendelbewegungen daran beteiligen, unsere im Sattel "vor uns her getragenen" Hände ruhig erscheinen zu lassen.

"Ruhig" ist dabei in Bezug auf das Maul unseres Pferdes zu sehen. Das wiederum wird nur gelingen, wenn auch die übrigen Gelenke unsere Körpers durchlässig, also in Mittelstellung sind, sodass sie den Schwung der Bewegungen elastisch abfedern können. Vornehmlich daran beteiligt sind unsere Wirbelsäule, die sich dank ihrer Doppel-S-Form streckt und krümmt, unser Becken, das vor- und zurückschwingt, unsere Hüften, aus denen wir unsere Beine locker fallen lassen, unsere Knie, die frei federn, und unsere Fußgelenke, die auf und ab federn. Alle Gelenke zusammen übernehmen die Funktion eines Stoßdämpfers für uns – sofern sie ihren Job verrichten dürfen, sprich: wenn wir ihnen keine muskulären Spannungen entgegensetzen.

Wer also locker aus der Hüfte reitet, hat eindeutig bessere Chancen auf eine ruhige Hand!

Und es ergibt sich ein weiteres Plus: Ist der Reiter durchlässig, kann auch das Pferd leichter in seinem Körper loslassen. Das ist eine weitere Voraussetzung für stille Hände. Denn wenn unser Pferd gegen den Zügelkontakt angeht, ist es schwer, unsere Hände locker und ruhig zu halten – und doch umso wichtiger, sie nicht zu verkrampfen. Ob unser Pferd selbst in seinem Körper blockiert oder ob wir der Auslöser für seinen Missmut sind, lässt sich leicht feststellen: Nehmen wir die Zügel in eine Hand, spannen kurz alle Muskeln an und lassen mit einem tiefen Ausatmen alles los, zeigt sich im nun elastisch federnden Sitz, ob unser Pferd weiterhin "mault" oder den feinen Zügelkontakt dankbar annimmt.

Einhändiges Reiten – nicht immer nur mit den Zügeln in der linken Hand, sondern ebenso in der rechten – ist ein bewährtes Rezept, um ruhige Hände zu fördern. Dass die stetige Anlehnung dabei erhalten bleibt, bedingt einen elastischen Sitz und eine Zügelhaltung mit Fingerspitzengefühl: Nun muss die zügelführende Hand die Aufgaben sowohl des inneren als auch des äußeren Zügels verantworten.

Auch außerhalb dieses Selbstversuchs leistet uns das einhändige Reiten wertvolle Dienste. Es übt unsere Arme aus den Schultern fallen zu lassen, schult damit die vom Sitz unabhängige Hand und fördert obendrein unsere Fähigkeit, mit feinsten Zügelhilfen auszukommen. Wir müssen nun aktives Energiemanagement betreiben, um Hooo…- und Go!-Signale aus unserem Sitz heraus zu geben, ebenso wie wir Richtungs- und Lektionsanweisungen nun mit unserem einrahmenden Körper vorgeben statt mit unseren Händen.

Die haben nun nichts weiter zu tun, als sanft und freundlich "mitzuatmen" und eine elastische wie auch stetige Verbindung zum Maul aufrecht zu erhalten – zur Freude unseres Pferdes!

 

Die Autorin

DressurCoach Dr. Tuuli Tietze hilft seit 20 Jahren Reitern und ihren Pferden, sich blind zu verstehen und leichtfüßig miteinander zu tanzen, am Boden wie im Sattel. Dafür lehrt Tuuli – live und online – in ihren SMARTreiten®-Trainings die Kunst der feinen Dressur sowie deren Grundlagen: höfliches, motiviertes Pferd und mental starker Reiter. Das Ziel: Eins sein mit Deinem Pferd!

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